7 Dinge die du jetzt über Bärlauch wissen musst

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Die Bärlauch Saison hat wieder begonnen! Bärlauch ist eine weitv erbreitete Wildpflanze die ab März (mancher hat sie heuer sogar bereits im Februar entdeckt) endlich wieder im Wald anzutreffen ist! Jetzt darf Bärlauch wieder allerlei Gerichte aufpeppen. Zum Beispiel in diesem herrlichen Gericht der schnell zubereiteten Bärlauch-Quinoa-Laibchen! Viele Mythen rangen sich um die beliebten grünen Blätter die seit jeher als Frühlingsbringer gelten. Vor allem beim Sammeln gilt höchste Achtsamkeit um die nach Knoblauch duftenden Blätter nicht mit der Herbstzeitlose oder Maiglöckchen zu verwechseln! Übrigens: wusstest du, dass Bärlauch auch als Desinfektionsmittel verwendet werden kann? All das und vieles mehr liest du hier!

 

1 Name: Bärlauch (Allium ursinum)

Auf Deutsch übersetzt bedeutet „Allium ursinum“ so viel wie „für Bären geeigneter Knoblauch“. Und tatsächlich hat die Namensgebung mit dem echten Bären zu tun: Bei den Germanen galt der Bär als Seelentier und das Fruchtbarkeitssymbol schlechthin. Mit dem Erscheinen des Bärs im Frühling wurde die kalte Kraft des Winters wieder gebrochen. Für die Naturvölker war dies von großer Bedeutung, begann dadurch doch endlich wieder die Zeit in der Nahrung in der Natur gesammelt werden konnte.

Im Volksmund hat Bärlauch auch die Namen Hexenzwiebel, Wurmlauch, Zigeunerlauch, Waldknoblauch oder Bärenlauch!

 

2 Herkunft & Historische Bedeutung von Bärlauch

Bärlauch ist ein winterhartes Zwiebelgewächs und ein ganz naher Verwandter des Knoblauchs. Er gehört zur Pflanzenart der Amaryllisgewächse und kann bis zu 30 cm hoch werden.

Ursprünglich stammt Bärlauch (ähnlich wie sein weiterer Verwandter Schnittlauch) aus Asien. Aber bereits seit etlichen Jahrzehnten ist Bärlauch auch in der nördlichen Hemisphäre, also zB Österreich, England oder Nordamerika, heimisch.

Dank der einfachen Vermehrung und Anbaubedingungen des Bärlauchs scheint es auch nicht verwunderlich, dass die Römer den Bärlauch der Göttin Ceres (Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit) weihten.

 

3 Magisches Wissen

Ebenfalls wenig verwunderlich ist, dass Bärlauch aufgrund seines intensiven Knoblauchgeruchs in früheren Zeiten als „vertreibendes Mittel“ verwendet wurden (zB gegen Vampire, Blutsauger aber bestimmt auch gegen lästige Liebhaber).

Bei den Römern wurde Bärlauch für einen ganz besonderen Liebestrank verwendet. Dafür wurde der Saft des Bärlauchs mit Koriander gemischt – dieser Trank half angeblich auch gegen angehexte Impotenz!

Der Bärlauch soll in ganz bestimmten Fällen sogar Traumdeutungen hervorgerufen haben: Nach einem Diebstahl soll sich der Bestohlene vor dem Schlafengehen Bärlauch und eine Scheibe Brot an den linken Arm binden. So geschehen erscheint ihm der Dieb im Traum!

 

4 Welchen Einfluss Bärlauch auf den Körper hat & welche Vorgänge Bärlauch im Körper unterstützt

Bärlauch werden folgende Eigenschaft nachgesagt: ist Blut reinigend, Harntreibend, rötend, blutdrucksenkend und antiseptisch (gleich wie sein Verwandter Knoblauch).

Das schwefelartige ätherische Öl gilt als gutes Vorbeugungsmittel gegen Gefäßverkalkungen. Der alljährliche, wiederkehrende Einsatz von antiseptischen Lebensmitteln (im Frühling Bärlauch und später im Jahr Knoblauch) ist ein gutes Mittel um Arteriosklerose vorzubeugen.

Bärlauch gilt als „Einschleuserpflanze“ für Eisen. Das bedeutet, dass die wertvollen Inhaltsstoffe des Bärlauchs dem Organismus auf natürliche Art und Weise helfen, gegen Eisenmangel vorzugehen bzw dem Körper die Eisenaufnahme erleichtern.

 

5 Bärlauch in der Küche passt perfekt…

…zu so vielen Gerichten! Ähnlich zum Knoblauch ist er ein wahrer Alleskönner, der bei sehr vielen Gerichten gut dazu passt. Wichtig ist, dass man ihn am besten frisch genießen sollte. Getrocknet oder eingefroren verliert er an wichtigen Inhaltsstoffen. Auch das Konservieren in Pestos ist eine gute Möglichkeit, um die Inhaltsstoffe zu erhalten.

  • zum Würzen: ganz fein geschnitten eignet sich Bärlauch perfekt zum Würzen (ähnlich anzuwenden wie Knoblauch).
  • auf Salaten: besonders junge, frische Blätter machen sich sehr gut in Frühlings(Blatt)-salaten weil sie eine gewisse Schärfe hineinbringen – aber auch auf Nudelsalaten macht sich Bärlauch sehr gut.
  • als Bärlauchtopfen/ Bärlauchaufstrich: dafür die jungen Blätter einfach fein schneiden und mit Topfen (Quark), Sauerrahm, Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Am besten auf ganz frisch gebackenem Brot servieren.
  • Bärlauchpesto: wie Anfangs erwähnt ist das Bärlauchpesto eine sehr gute Art um die wertvollen
    Inhaltsstoffe des Bärlauchs zu konservieren. Schon mal Bärlauchpesto probiert? Während die meisten Rezepte mit den doch erheblich teureren Pienenkernen auskommen ist mein Rezept mit Erdnüssen – und schmeckt mindestens gleich gut!
  • als fester Bestandteil in Saucen: während die bekannte Schnittlauchsauce jeder kennt ist die Bärlauchsauce doch noch ein Exote. Aber gleich zubereitet schmeckt sie nicht minder gut.
  • als aromatischer Geschmacksgeber in Saucen: ältere Bärlauchblätter schmecken oftmals etwas fasrig. Mit Küchengarn zu Bündeln gebunden und in Saucen, zB Nudelsaucen, oder mediterranen Gemüsegerichten mitgekocht geben sie dennoch noch einen tollen Geschmack ab.
  • Bärlauchsalz: während Kräuterliebhaber das eigene Kräutersalz mittlerweile gerne selber herstellen, wird auf das Bärlauchsalz oft vergessen! Dafür einfach die gleiche Menge Bärlauchblätter wie Bärlauchsalz verwenden. Die fein geschnittenen Bärlauchblätter im Mörser mit Salz verreiben bis eine homogene Masse entsteht. Diese auf ein Backpapier streichen und trocknen lassen (nahe einem Kachelofen oder Heizkörper – keinesfalls in der prallen Sonne oder im Backofen). Die getrocknete Masse dann nochmals im Mörser zerreiben und in dunklen Gefäßen aufbewahren (die dunklen Gläser erhalten die schöne, grüne Farbe des Salzes).
  • Bärlauchbutter: ähnlich wie die Kräuterbutter herstellen. Feingeschnittenen Bärlauch, weiche Butter und ein wenig Salz vermengen und beliebig formen. Lässt sich sehr gut vorbereiten und einfrieren.
  • Bärlauchöl: auch die Zwiebel der Pflanze können gut verwendet werden, zB als Öl. Dafür im Herbst die Zwiebeln ziehen, klein schneiden und mit kaltgepresstem Olivenöl, Sonnenblumen- oder Distelöl übergießen. Dieses 4 Wochen lang lichtgeschützt ziehen lassen, abseihen und in dunklen Flaschen lagern.

Und wie wäre es mit Bärlauchrisotto oder einer leckeren Bärlauch-Frühlings-Quiche mit Spargel?

Bärlauchquiche 2

 

6 Bärlauch als Deko

Ja! Es gibt auch tatsächlich Ideen für Bärlauch als Deko. Da die Bärlauchblüten sehr schön anzusehen sind können sie gerne für Frühlingssträuße verwendet werden. Anzumerken ist aber, dass diese Sträuße dann besser auf der Terrasse draußen bleiben, da der Geruch doch sehr intensiv ist.

Die schönen Bärlauchblüten sind auch eine tolle Dekoration auf kalten Platten.

 

7 Sammeln von Bärlauch

So verlockend die grünen Blätter als erste Frühlingsboten im Wald auch sein mögen – beim Sammeln sollte besondere Vorsicht gelten! All zu viele Schauergeschichten gibt es schon über Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern.

Zwei Pflanzen sind hier besonders zu nennen: Maiglöckchen und Herbstzeitlose. In den meisten Pflanzenbestimmungsbüchern sind die genauen Unterschiede bestens aufgelistet. Wichtigstes Merkmal, auf das ihr euch ganz gut verlassen könnt: der Knoblauchduft! Weder Maiglöckchen noch Herbstzeitlose haben diesen einzigartigen, starken Duft. Außerdem wachsen Maiglöckchen 1-2 Monate später – aber doch meist an ähnlichen Plätzen. Daher einfach früh genug dran sein – weil junge, frische Bärlauchblätter schmecken sowieso am besten!

 

Ich bin schon wieder brav am Verkochen meiner heurigen Bärlauchernte – du wirst also in den nächsten Tagen hier noch einige Rezepte finden. Ich hoffe, du hast auch schon eine große Ernte gesammelt und schon am Tüfteln, was du damit machen kannst. Natürlich bin ich immer ganz gespannt, was andere mit dem grünen Frühlingsgruß in ihrer Küche zaubern – also lass es mich doch gerne wissen!

Alles Liebe, Rosi!

6 Kommentare zu „7 Dinge die du jetzt über Bärlauch wissen musst

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